Natursteinsanierung Glossar
Umfassendes Glossar zur Natursteinsanierung
Einleitung
Dieses Glossar bietet einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Begriffe, Verfahren und Materialien im Bereich der Natursteinsanierung. Es richtet sich an Hausbesitzer, Architekten, Bauherren und alle, die sich für die professionelle Pflege und Instandhaltung von Naturstein-, Kunststein- und anderen mineralischen Oberflächen interessieren.
Die hier zusammengetragenen Informationen basieren auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Steinsanierung und sollen Ihnen helfen, die Welt der Steinpflege besser zu verstehen. Von der Auswahl des richtigen Materials über die verschiedenen Sanierungsverfahren bis hin zu typischen Problemen und deren Lösungen – hier finden Sie fundiertes Fachwissen verständlich erklärt.
Steinarten
Natursteine
Marmor →
Ein metamorphes Gestein, das hauptsächlich aus Calcit, Aragonit oder Dolomit besteht. Marmor ist für seine charakteristische Äderung und seine elegante Optik bekannt. Aufgrund seiner Zusammensetzung ist er jedoch säureempfindlich und relativ weich (Mohshärte 3-4), was ihn anfällig für Kratzer, Flecken und Verätzungen macht. Besonders in Küchen und Badezimmern erfordert Marmor eine regelmäßige Imprägnierung und sachgemäße Pflege. Durch professionelles Schleifen und Polieren kann die ursprüngliche Schönheit auch nach Jahren intensiver Nutzung wiederhergestellt werden. Marmor wird häufig für Bodenbeläge, Treppen, Fensterbänke und Arbeitsplatten verwendet.
Granit →
Ein hartes, magmatisches Gestein, das sehr widerstandsfähig gegen Abrieb, Kratzer und Säuren ist. Mit einer Mohshärte von 6-7 gehört Granit zu den härtesten Natursteinen und eignet sich daher hervorragend für stark beanspruchte Bereiche wie Küchenarbeitsplatten, Bodenbeläge in Eingangsbereichen und Außenbereiche. Granit ist in vielen Farben und Strukturen erhältlich – von hellem Grau über Rot und Grün bis hin zu tiefem Schwarz. Die dichte Struktur macht ihn weniger porös als andere Natursteine, dennoch empfiehlt sich eine Imprägnierung zum Schutz vor Flecken. Durch seine Robustheit ist Granit besonders pflegeleicht und langlebig.
Sandstein →
Ein Sedimentgestein, das hauptsächlich aus miteinander verbundenen Sandkörnern besteht. Sandstein ist relativ porös und kann Wasser aufnehmen, was ihn anfällig für Verwitterung, Frostschäden und Moosbewuchs macht. Die Farbpalette reicht von Beige und Gelb über Rot bis hin zu Grau und Braun. Aufgrund seiner offenporigen Struktur benötigt Sandstein eine regelmäßige Imprägnierung, besonders im Außenbereich. Bei der Reinigung sollten aggressive Reinigungsmittel vermieden werden, da sie die Oberfläche angreifen können. Sandstein wird häufig für Fassaden, Terrassen, Gartenmauern und historische Gebäude verwendet.
Schiefer →
Ein feinkörniges, blättriges, homogenes metamorphes Gestein, das aus Ton- oder Vulkangestein entstanden ist. Schiefer ist für seine charakteristische Spaltbarkeit bekannt, die es ermöglicht, ihn in dünne Platten zu spalten. Diese Eigenschaft macht ihn ideal für Dacheindeckungen, Bodenbeläge und Wandverkleidungen. Schiefer ist relativ hart und widerstandsfähig, kann jedoch bei unsachgemäßer Behandlung abschiefern. Die natürliche, raue Oberfläche verleiht Räumen einen rustikalen, authentischen Charakter. Farblich dominieren Grau-, Schwarz- und Grüntöne. Eine Imprägnierung schützt vor Flecken und erleichtert die Pflege.
Kalkstein →
Ein Sedimentgestein, das hauptsächlich aus Calciumcarbonat besteht. Ähnlich wie Marmor ist Kalkstein säureempfindlich und relativ weich (Mohshärte 3-4). Bekannte Beispiele sind der Solnhofener Plattenkalk und Travertin. Kalkstein hat eine warme, natürliche Ausstrahlung und wird häufig für Bodenbeläge, Fassaden und Treppen verwendet. Die poröse Struktur macht eine Imprägnierung unerlässlich, um das Eindringen von Flüssigkeiten und Schmutz zu verhindern. Bei der Reinigung sollten ausschließlich pH-neutrale Reinigungsmittel verwendet werden. Durch professionelles Schleifen können Kratzer und matte Stellen entfernt werden.
Travertin →
Eine Form von Kalkstein, die sich aus Süßwasserquellen ablagert. Travertin hat eine charakteristische poröse Struktur mit sichtbaren Hohlräumen, die entweder offen gelassen oder mit Füllmaterial verschlossen werden können. Diese einzigartige Optik macht Travertin besonders beliebt für mediterrane und klassische Designs. Er wird häufig für Bodenbeläge und Verkleidungen im Innen- und Außenbereich verwendet. Aufgrund der Porosität muss Travertin unbedingt imprägniert werden, um ihn vor Flecken und Feuchtigkeit zu schützen. Die warmen Beige- und Brauntöne verleihen Räumen eine zeitlose Eleganz.
Cotto / Terracotta →
Italienisch für "gebrannte Erde". Cotto ist ein unglasiertes Keramikmaterial, das aus Ton gebrannt wird. Es ist stark porös und muss in der Regel imprägniert oder geölt werden, um es vor Flecken zu schützen. Die charakteristische rotbraune bis orangefarbene Tönung verleiht Räumen eine warme, mediterrane Atmosphäre. Cotto wird traditionell in Italien hergestellt und findet vor allem in Landhausküchen, Wintergärten und historischen Gebäuden Verwendung. Die Oberfläche kann matt oder leicht glänzend sein. Regelmäßige Pflege mit speziellen Ölen oder Wachsen erhält die natürliche Schönheit.
Kunststeine
Terrazzo →
Ein Verbundwerkstoff, der aus Marmor-, Quarz-, Granit- oder Glasfragmenten besteht, die in einem Bindemittel (Zement oder Polymer) eingebettet sind. Terrazzo ist sehr langlebig und kann durch Schleifen und Polieren immer wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden. Historisch wurde Terrazzo bereits in der Antike verwendet und erlebt heute eine Renaissance in modernen Designs. Die Vielfalt an Farben und Mustern ist nahezu unbegrenzt. Terrazzo eignet sich hervorragend für stark frequentierte Bereiche wie Eingangshallen, Flughäfen und öffentliche Gebäude. Eine professionelle Sanierung kann selbst stark abgenutzten Terrazzo-Böden neuen Glanz verleihen.
Betonwerkstein
Ein künstlich hergestellter Stein, der aus einer Mischung von Zement, Wasser und Gesteinskörnungen besteht. Betonwerkstein kann in vielen Formen, Farben und Oberflächenstrukturen hergestellt werden und ist eine kostengünstige Alternative zu Naturstein. Er wird häufig für Fassadenelemente, Treppen, Bodenbeläge und architektonische Details verwendet. Moderne Betonwerksteine können Naturstein täuschend echt imitieren. Die Oberfläche kann geschliffen, poliert oder strukturiert werden. Eine Imprägnierung schützt vor Verschmutzung und erleichtert die Pflege.
Feinsteinzeug →
Eine Art von Keramikfliese, die bei sehr hohen Temperaturen (über 1200°C) gebrannt wird, was sie extrem dicht, hart und widerstandsfähig gegen Abrieb, Flecken und Feuchtigkeit macht. Feinsteinzeug hat eine Wasseraufnahme von weniger als 0,5% und ist daher frostbeständig und für den Außenbereich geeignet. Es ist in unzähligen Designs erhältlich, darunter täuschend echte Naturstein-, Holz- und Betonoptiken. Feinsteinzeug ist besonders pflegeleicht und hygienisch, was es ideal für Badezimmer, Küchen und gewerbliche Bereiche macht. Trotz der hohen Härte sollte bei der Reinigung auf scheuernde Mittel verzichtet werden.
Verfahren und Techniken
Reinigung
Grundreinigung
Eine intensive Reinigung zur Entfernung von alten Pflegemittelschichten, hartnäckigem Schmutz und anderen Verunreinigungen. Hierbei kommen je nach Steinart und Verschmutzungsgrad basische oder saure Grundreiniger zum Einsatz. Die Grundreinigung ist oft der erste Schritt vor einer Sanierung oder Neuimprägnierung. Sie entfernt Wachsschichten, Polymerbeschichtungen und tief sitzenden Schmutz, der sich über Jahre angesammelt hat. Nach der Grundreinigung zeigt sich der wahre Zustand des Steins, und es kann entschieden werden, ob weitere Maßnahmen wie Schleifen notwendig sind. Eine professionelle Grundreinigung erfolgt mit speziellen Maschinen und Reinigungsmitteln, die auf die jeweilige Steinart abgestimmt sind.
Spezialreinigung
Die gezielte Entfernung von speziellen Flecken wie Öl, Fett, Rost, Zementschleier oder organischen Verfärbungen. Hierfür werden spezielle Reinigungsmittel und Techniken angewendet. Ölflecken erfordern beispielsweise alkalische Reiniger oder Poultice-Verfahren (Umschlagmethode), bei denen ein Reinigungsmittel mit einem Trägermaterial auf den Fleck aufgetragen wird. Rostflecken werden mit säurehaltigen Spezialreinigern behandelt, wobei bei kalkhaltigen Steinen besondere Vorsicht geboten ist. Zementschleier, der nach Bauarbeiten zurückbleibt, wird mit sauren Zementschleierentfernern beseitigt. Jede Fleckenart erfordert eine individuelle Behandlung, um den Stein nicht zu beschädigen.
Fugenreinigung
Die Reinigung der Fugen, die oft stark verschmutzt sind und das Gesamtbild des Bodens beeinträchtigen. Fugen sind aufgrund ihrer rauen Struktur besonders anfällig für Schmutzablagerungen. Mit speziellen Fugenbürsten, Dampfreinigern oder chemischen Fugenreinigern werden Verfärbungen, Schimmel und Schmutz entfernt. In manchen Fällen ist eine mechanische Reinigung mit rotierenden Bürsten notwendig. Nach der Reinigung können die Fugen mit einer Fugenversiegelung geschützt werden, die das erneute Eindringen von Schmutz verhindert. Saubere Fugen tragen erheblich zur optischen Aufwertung des gesamten Bodens bei.
Schleifen
Planschliff / Grobschliff
Der erste Schleifgang bei der Sanierung von Natursteinböden. Mit groben Diamantwerkzeugen (Körnung 50-200) werden Überzähne (Höhenunterschiede zwischen den Platten), tiefe Kratzer und starke Verschmutzungen entfernt. Das Ergebnis ist eine plane, ebene Oberfläche. Der Planschliff ist besonders wichtig bei alten Böden, die über Jahre ungleichmäßig abgenutzt wurden. Dabei wird Material abgetragen, bis alle Unebenheiten beseitigt sind. Dieser Schritt erfordert schwere, professionelle Schleifmaschinen und viel Erfahrung, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Nach dem Planschliff folgen weitere Schleifgänge mit immer feineren Körnungen.
Reinigungsschliff
Ein leichterer Schleifgang, der zur Entfernung von oberflächlichen Kratzern, Laufspuren und Verschmutzungen dient. Der Reinigungsschliff wird mit mittleren Körnungen (400-800) durchgeführt und trägt nur wenig Material ab. Er eignet sich für Böden, die noch relativ gut erhalten sind, aber ihren Glanz verloren haben oder leichte Gebrauchsspuren aufweisen. Der Reinigungsschliff ist eine kostengünstige Alternative zum vollständigen Sanierungsschliff und kann die Lebensdauer eines Bodens erheblich verlängern. Nach dem Reinigungsschliff wird der Boden poliert und imprägniert.
Sanierungsschliff
Ein umfassender Schleifprozess, der mehrere Schleifgänge mit unterschiedlichen Körnungen umfasst, um eine stark beschädigte Oberfläche wiederherzustellen. Der Sanierungsschliff beginnt mit dem Planschliff (grobe Körnung) und arbeitet sich über mehrere Zwischenschritte bis zur Politur vor. Je nach Steinart und gewünschtem Finish können 5-10 Schleifgänge notwendig sein. Bei Marmor und anderen kalkhaltigen Steinen folgt oft eine Kristallisation zur Oberflächenverdichtung. Der Sanierungsschliff ist die gründlichste Form der Steinrestaurierung und kann selbst stark beschädigten Böden wieder zu neuem Glanz verhelfen.
Nassschleifverfahren
Ein Schleifverfahren, bei dem Wasser zur Kühlung der Diamantwerkzeuge und zum Binden des Schleifstaubs eingesetzt wird. Dies ermöglicht ein nahezu staubfreies Arbeiten und schont die Werkzeuge. Das Nassschleifen ist das Standardverfahren bei der professionellen Steinsanierung. Das entstehende Schleifwasser wird kontinuierlich abgesaugt und entsorgt. Der Einsatz von Wasser verhindert eine Überhitzung des Steins und der Werkzeuge, was zu besseren Ergebnissen führt. Allerdings erfordert das Nassschleifen leistungsstarke Nasssauger und eine sorgfältige Abdichtung angrenzender Bereiche.
Trockenschleifverfahren
Ein Schleifverfahren, das ohne Wasser auskommt. Hierbei ist eine effektive Staubabsaugung unerlässlich, um die Staubbelastung zu minimieren. Das Trockenschleifen wird vor allem bei kleineren Flächen, Treppen oder in Bereichen eingesetzt, wo Wasser problematisch wäre. Moderne Trockenschleifmaschinen verfügen über integrierte Absaugsysteme mit HEPA-Filtern. Der Vorteil des Trockenschleifens liegt in der schnelleren Arbeitsweise und der Vermeidung von Feuchtigkeit. Allerdings ist die Staubentwicklung höher als beim Nassschleifen, weshalb eine professionelle Absaugung zwingend erforderlich ist.
Oberflächenveredelung
Polieren
Nach dem Schleifen wird der Stein mit immer feineren Diamantpads (Körnung 1000-3000 und höher) poliert, um den gewünschten Glanzgrad zu erreichen. Die Politur erfolgt in mehreren Stufen, wobei jeder Schritt den Glanz erhöht. Bei Marmor und Granit kann ein spiegelglatter Hochglanz erreicht werden. Die Politur verschließt die Poren der Oberfläche teilweise und macht den Stein widerstandsfähiger gegen Verschmutzung. Je nach Steinart und gewünschtem Finish kann zwischen Matt, Seidenmatt, Seidenglanz und Hochglanz gewählt werden. Eine professionelle Politur erfordert Erfahrung und die richtigen Werkzeuge.
Kristallisation
Ein chemisch-mechanisches Verfahren zur Oberflächenverdichtung von kalkhaltigen Steinen wie Marmor und Kalkstein. Dabei wird die Oberfläche mit einer Kristallisationsflüssigkeit (meist auf Basis von Metallsalzen) und einem Stahlwollpad unter Druck und Reibung bearbeitet. Die chemische Reaktion wandelt die oberste Schicht des Calciumcarbonats in eine härtere Kristallstruktur um, was zu einer Erhöhung der Härte und des Glanzes führt. Die Kristallisation schützt den Stein vor Abrieb und Kratzern und verleiht ihm einen dauerhaften, tiefen Glanz. Das Verfahren sollte regelmäßig wiederholt werden, um den Schutz aufrechtzuerhalten.
Imprägnierung
Eine Schutzbehandlung, bei der ein Imprägniermittel tief in das Kapillarsystem des Steins eindringt und ihn von innen heraus schützt. Die Imprägnierung ist diffusionsoffen, das heißt, der Stein kann weiterhin atmen und Feuchtigkeit von unten nach oben abgeben. Sie schützt vor dem Eindringen von Wasser, Öl, Fett und Schmutz, ohne die Optik des Steins zu verändern. Es gibt verschiedene Arten von Imprägnierungen: wasserabweisend, öl- und wasserabweisend, sowie farbvertiefend. Die Wahl des richtigen Imprägniermittels hängt von der Steinart, der Beanspruchung und dem gewünschten Effekt ab. Eine Imprägnierung sollte regelmäßig erneuert werden.
Versiegelung
Im Gegensatz zur Imprägnierung bildet die Versiegelung einen Schutzfilm auf der Steinoberfläche. Sie ist nicht diffusionsoffen und verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit vollständig. Versiegelungen werden hauptsächlich bei rauen, strukturierten Oberflächen oder im Außenbereich eingesetzt, wo ein besonders hoher Schutz erforderlich ist. Sie können matt, seidenmatt oder glänzend sein und verändern oft die Optik des Steins. Versiegelungen müssen regelmäßig erneuert werden, da sie mechanischer Abnutzung unterliegen. Bei unsachgemäßer Anwendung kann es zu Feuchtigkeitsstau und Schäden kommen, weshalb eine professionelle Beratung wichtig ist.
Farbvertiefung
Eine spezielle Art der Imprägnierung, die die natürliche Farbe und Struktur des Steins intensiviert und ihm ein frisches, sattes Aussehen verleiht. Farbvertiefer dringen in den Stein ein und heben die Farbpigmente optisch hervor, ähnlich wie ein Stein aussieht, wenn er nass ist. Dieser Effekt ist besonders bei dunklen Steinen wie Schiefer, Basalt oder dunklem Granit beliebt. Farbvertiefende Imprägnierungen bieten gleichzeitig Schutz vor Wasser und Öl. Sie eignen sich sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich und sind besonders bei Terrassen und Fassaden gefragt.
Reparatur
Spachtelarbeiten
Das Ausbessern von Rissen, Löchern, Abplatzungen und anderen Beschädigungen mit speziellen Steinkitten oder Epoxidharzen, die farblich exakt an den Stein angepasst werden. Professionelle Spachtelarbeiten sind nach dem Schleifen und Polieren nahezu unsichtbar. Zunächst wird die beschädigte Stelle gereinigt und vorbereitet, dann wird der Kitt aufgetragen und nach dem Aushärten plan geschliffen. Bei größeren Schäden können mehrere Schichten notwendig sein. Die Farbauswahl erfolgt durch Mischen verschiedener Pigmente, um eine perfekte Übereinstimmung mit dem umgebenden Stein zu erreichen. Spachtelarbeiten sind eine kostengünstige Alternative zum Austausch beschädigter Platten.
Vierungsarbeiten
Ein aufwendiges Verfahren zur Reparatur von stark beschädigten Stellen, bei dem ein Teil des Steins präzise herausgeschnitten und durch ein passendes Ersatzstück (Vierung) ersetzt wird. Die Vierung wird aus dem gleichen oder einem optisch sehr ähnlichen Material gefertigt und exakt in die vorbereitete Öffnung eingepasst. Anschließend wird die Fuge verspachtelt und die gesamte Fläche geschliffen, sodass die Reparatur kaum noch sichtbar ist. Vierungsarbeiten erfordern höchste handwerkliche Präzision und werden vor allem bei hochwertigen Natursteinböden angewendet, wenn Spachtelarbeiten nicht mehr ausreichen.
Probleme und Schäden
Kratzer
Mechanische Beschädigungen der Oberfläche, die durch das Verschieben von Möbeln, Steinchen unter den Schuhen, Haustiere oder andere harte Gegenstände verursacht werden. Oberflächliche Kratzer können oft durch Polieren entfernt werden, tiefere Kratzer erfordern einen Schleifgang. Besonders weiche Steine wie Marmor und Kalkstein sind anfällig für Kratzer. Präventiv helfen Filzgleiter unter Möbeln, Fußmatten im Eingangsbereich und die Vermeidung von Sand und Schmutz auf dem Boden. Bei hochglanzpolierten Böden sind Kratzer besonders sichtbar, weshalb eine regelmäßige Pflege wichtig ist.
Flecken
Verfärbungen, die durch das Eindringen von Flüssigkeiten wie Öl, Fett, Rotwein, Kaffee, Fruchtsäften oder anderen färbenden Substanzen entstehen. Flecken sind besonders problematisch bei porösen, nicht imprägnierten Steinen. Je schneller ein Fleck behandelt wird, desto besser sind die Chancen, ihn vollständig zu entfernen. Organische Flecken (Wein, Kaffee) werden anders behandelt als Ölflecken oder Rostflecken. Bei hartnäckigen Flecken kommen Poultice-Verfahren zum Einsatz, bei denen ein Reinigungsmittel mit einem saugfähigen Material auf den Fleck aufgetragen wird. Eine präventive Imprägnierung ist der beste Schutz vor Flecken.
Matte Stellen / Laufstraßen
Bereiche auf dem Boden, die durch häufige Begehung ihren Glanz verloren haben und abgenutzt aussehen. Laufstraßen entstehen vor allem in Durchgangsbereichen, vor Türen und in Fluren. Die Ursache ist der mechanische Abrieb durch Schuhe und Schmutzpartikel. Bei polierten Böden sind matte Stellen besonders auffällig. Durch einen Reinigungsschliff oder eine Nachpolitur kann der ursprüngliche Glanz wiederhergestellt werden. Bei kalkhaltigen Steinen kann auch eine Kristallisation helfen. Regelmäßige Pflege und das Entfernen von Sand und Schmutz können der Entstehung von Laufstraßen vorbeugen.
Verätzungen
Schäden, die durch den Kontakt mit säurehaltigen Substanzen wie Essig, Zitronensaft, Reinigungsmitteln mit niedrigem pH-Wert oder sauren Lebensmitteln entstehen. Besonders kalkhaltige Steine wie Marmor, Kalkstein und Travertin sind davon betroffen, da die Säure das Calciumcarbonat auflöst. Verätzungen zeigen sich als matte, raue Flecken, die den Glanz des Steins zerstören. Kleine Verätzungen können durch Polieren entfernt werden, größere Schäden erfordern einen Schleifgang. Die beste Prävention ist die Verwendung von pH-neutralen Reinigungsmitteln und das sofortige Aufwischen von säurehaltigen Flüssigkeiten.
Abplatzungen und Ausbrüche
Kleinere oder größere Materialverluste an der Oberfläche oder an den Kanten, die durch Stöße, herabfallende Gegenstände oder andere mechanische Einwirkungen verursacht werden. Besonders gefährdet sind Kanten von Treppenstufen, Fensterbänken und Arbeitsplatten. Kleine Abplatzungen können mit Steinkitt repariert werden, größere Ausbrüche erfordern Vierungsarbeiten oder den Austausch der betroffenen Platte. Bei Treppen können Kantenschutzprofile aus Metall präventiv eingesetzt werden. Die fachgerechte Reparatur von Abplatzungen erfordert Erfahrung, um ein optisch ansprechendes Ergebnis zu erzielen.
Risse
Spalten im Stein, die durch mechanische Belastungen, Spannungen im Untergrund, Temperaturschwankungen oder natürliche Gegebenheiten im Gestein (z.B. Haarrisse) entstehen können. Risse können oberflächlich oder durchgehend sein. Oberflächliche Risse werden mit Steinkitt verfüllt und anschließend geschliffen. Durchgehende Risse erfordern eine stabilisierende Behandlung, bei der der Riss mit Epoxidharz injiziert wird. In manchen Fällen sind Risse Teil der natürlichen Steinstruktur und stellen keinen Mangel dar. Bei tragenden Elementen wie Treppen sollten Risse jedoch immer von einem Fachmann begutachtet werden.
Überzähne
Höhenunterschiede zwischen benachbarten Steinplatten, die bei der Verlegung entstehen können oder sich durch Setzungen des Untergrunds entwickeln. Überzähne sind nicht nur optisch störend, sondern auch eine Stolpergefahr. Sie entstehen durch ungleichmäßigen Kleberauftrag, unebenen Untergrund oder nachträgliche Bewegungen. Überzähne werden durch einen Planschliff entfernt, bei dem die höheren Platten abgeschliffen werden, bis eine ebene Fläche entsteht. Bei größeren Höhenunterschieden kann es notwendig sein, einzelne Platten neu zu verlegen. Eine fachgerechte Verlegung mit ausreichend Kleberbett verhindert die Entstehung von Überzähnen.
Fugenvertiefungen
Vertiefungen in den Fugen, die durch Abnutzung, unsachgemäße Reinigung oder Materialverlust entstehen. In diesen Vertiefungen sammelt sich Schmutz an, der das Gesamtbild des Bodens beeinträchtigt und schwer zu entfernen ist. Fugenvertiefungen können durch Nachverfugen behoben werden, wobei das alte Fugenmaterial teilweise entfernt und neues Material eingebracht wird. Bei stark abgenutzten Fugen ist eine vollständige Fugensanierung notwendig. Nach der Sanierung sollten die Fugen mit einer Fugenversiegelung geschützt werden, um erneute Verschmutzung zu verhindern.
Maschinen und Werkzeuge
Einscheibenmaschine
Eine vielseitige, professionelle Reinigungsmaschine mit einer rotierenden Scheibe, die für verschiedene Arbeiten wie Grundreinigung, Polieren, Kristallisation und Pflege eingesetzt wird. Die Maschine verfügt über ein Gewicht von 40-70 kg, das für den nötigen Anpressdruck sorgt. Je nach Anwendung werden unterschiedliche Pads oder Bürsten montiert. Einscheibenmaschinen sind in verschiedenen Größen (Durchmesser 33-51 cm) und Drehzahlen (150-300 U/min) erhältlich. Sie sind das Standardwerkzeug für die professionelle Steinpflege und erfordern Erfahrung in der Handhabung.
Nassschleifmaschine
Eine schwere, oft mehrköpfige (3-4 Schleifköpfe) Schleifmaschine, die mit Diamantwerkzeugen bestückt ist und zur Sanierung von Natursteinböden im Nassschleifverfahren eingesetzt wird. Diese Maschinen wiegen zwischen 100 und 200 kg und arbeiten mit Wasserzufuhr zur Kühlung und Staubbindung. Planetenschleifmaschinen haben mehrere rotierende Schleifteller, die gleichzeitig um eine zentrale Achse kreisen, was für ein besonders gleichmäßiges Schleifergebnis sorgt. Professionelle Nassschleifmaschinen sind teuer in der Anschaffung und erfordern Fachwissen in der Bedienung.
Wassersauger / Nasssauger
Ein leistungsstarker Industriesauger mit einem Fassungsvermögen von 50-80 Litern, der zur Aufnahme von Schmutzwasser nach der Nassreinigung oder dem Nassschleifen verwendet wird. Diese Sauger verfügen über spezielle Filter und Pumpen, die auch größere Wassermengen bewältigen können. Sie sind unverzichtbar beim Nassschleifverfahren, da kontinuierlich Wasser abgesaugt werden muss. Hochwertige Nasssauger haben eine automatische Abschaltung bei vollem Tank und können auch für die Trockenabsaugung verwendet werden.
Diamantwerkzeuge
Schleifwerkzeuge, die mit Industriediamanten besetzt sind – dem härtesten bekannten Material. Sie werden in verschiedenen Körnungen (von grob 50 bis fein 3000 und höher) für das Schleifen und Polieren von Naturstein verwendet. Man unterscheidet zwischen metallgebundenen Diamantwerkzeugen (Metallbonds) für den Grobschliff und kunstharzgebundenen Diamantpads für den Feinschliff und die Politur. Die Diamanten sind in einer Matrix eingebettet, die sich während des Schleifens abnutzt und immer neue Diamanten freilegt. Die Wahl des richtigen Diamantwerkzeugs hängt von der Steinart, der gewünschten Körnung und dem Schleifverfahren ab.
Bürsten
Runde Bürsten aus Nylon, Siliziumkarbid oder Naturborsten, die auf Einscheibenmaschinen montiert werden, um strukturierte, raue oder rutschfeste Oberflächen zu reinigen oder zu bearbeiten. Nylonbürsten eignen sich für die schonende Reinigung, während Siliziumkarbidbürsten für das Bürsten (Antikfinish) von Naturstein verwendet werden. Durch das Bürsten erhält der Stein eine matte, leicht strukturierte Oberfläche mit antikem Charakter. Bürsten gibt es in verschiedenen Härtegraden und Borstenlängen für unterschiedliche Anwendungen.
Pads
Runde Scheiben aus Vliesstoff mit eingebetteten Schleifpartikeln, die unter Einscheibenmaschinen verwendet werden. Es gibt sie in verschiedenen Härtegraden, die durch Farben gekennzeichnet sind: Schwarz (sehr grob, Grundreinigung), Braun (grob, Reinigung), Rot (mittel, leichte Reinigung), Weiß (fein, Polieren), Beige (sehr fein, Hochglanzpolieren). Spezielle Diamantpads werden für das Polieren von Naturstein verwendet. Die Wahl des richtigen Pads hängt von der Steinart, dem Verschmutzungsgrad und dem gewünschten Ergebnis ab.
Stahlwollpad
Ein spezielles Pad aus feiner Stahlwolle (Grad 0 oder 00), das in Verbindung mit Kristallisationsflüssigkeit zur Kristallisation von kalkhaltigen Steinen wie Marmor und Kalkstein verwendet wird. Die Kombination aus mechanischem Druck, Reibungswärme und chemischer Reaktion erzeugt die Kristallisationsschicht. Stahlwollpads dürfen nur bei der Kristallisation eingesetzt werden und nicht für andere Reinigungsarbeiten, da sie Kratzer verursachen können. Sie werden nach jedem Einsatz ausgetauscht, da sie sich schnell abnutzen.
Haben Sie Fragen zu einem Begriff?
Unser Team steht Ihnen gerne für weitere Erklärungen und eine kostenlose Beratung zur Verfügung.